Dieter Gorny rechnet in den kommenden Jahren mit einer "Wiedergeburt des wahren Musikfernsehens". Mit diesen Worten eröffnete der Erfinder des Musiksenders "Viva" am 19. April  die von Forward2Business veranstaltete Vortragsreihe "Zukunftsuniversität" in Braunschweig.

Wenn demnächst TV-Programme über das Internet auf die Wohnzimmerfernseher übertragen würden, sei mit einer "Fernsehrevolution" zu rechnen, erklärte Gorny weiter. Dies führe dazu, dass kleinere Zuschauermilieus anwählbar würden und dadurch viele kleine Spartensender wirtschaftlich existieren könnten. Solche würden dann wieder Musikvideos in hoher Rotation zeigen, so Gorny’s Prognose.

Durch die Digitalisierung könne sich künftig zudem das Machtverhältnis von Sendern und Inhaltelieferanten umkehren, und diese Entwicklung sei von den momentan etablierten Musiksendern nur unausreichend bedacht worden. "Die Player der Zukunft verknüpfen die Bereiche Computer, Games, Fernsehen und Telekommunikation miteinander", erklärte Gorny. "Ich habe den Eindruck, die etablierten Fernsehmacher müssten wie einst die Musikindustrie erst ihre Umsätze halbieren, um dann zu sagen ‘Jetzt fangen wir wirklich mal von vorn an’."

 VIVA und Co. hatten in der jüngeren Vergangenheit auch durch Werbe- und Klingeltonverseuchtes Programm auf sich aufmerksam gemacht, welches nicht bei allen Zuschauern beliebt ist. Alternativen zu den bestehenden Musiksendern mit hoher Musikvideo-Rotation dürften also zum richtigen Zeitpunkt kommen.


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